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FrauenFunk #24: Renate Brauner, Wien-Holding, frühere Wiener Vizebürgermeisterin

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Ihr „Hallöchen“ ist und bleibt IHR Markenzeichen, genauso wie ihr Lachen und ihre oft unkonventionelle umgängliche Art, auf die Wienerinnen und Wiener zuzugehen. Ihre Wien-Politik hat die Stadt politisch UND menschlich wesentlich geprägt: sei es als Bezirksrätin in ihrem Heimatbezirk Margareten, wo sie noch immer wohnt; sei es als amtsführende Stadträtin in den unterschiedlichsten Ressorts: zuerst für Integration, Frauenfragen, Konsumentenschutz und Personal, dann als Gesundheits- und Sozialstadträtin, zum Schluss als Finanz- und Wirtschaftsstadträtin.

Von 2007 bis 2015 war Renate Brauner auch Vizebürgermeisterin der Stadt Wien. Jetzt ist sie bei der Wien-Holding zuständig für den Bereich öffentliche Daseinsvorsorge, wo sie viel mit jungen Leuten, mit NGOs und gemeinnützigen Trägerorganisationen zusammenarbeitet und wo sie - wie sie selbst sagt - ihre reichhaltigen Netzwerke nützt.

Renate Brauner war 18 Jahre lang Vorsitzende der Wiener SPÖ-Frauen und stellvertretende Vorsitzende der Bundesfrauenorganisation der SPÖ. Im Jahr 2002, nachdem die damalige schwarz-blaue Bundesregierung den Käthe-Leichter-Preis eingestellt hatte, hat sie den Frauenpreis der Stadt Wien ins Leben gerufen, um Frauen „sichtbar zu machen“. Das gelingt nun schon seit 18 Jahren und daraus ist ein veritables Netzwerk entstanden.

Auf die Frage, ob es den Feminismus noch braucht, sagt Renate Brauner:

Wir brauchen den Feminismus mehr denn je. Gerade wenn ich mir anschaue, mit welcher Selbstverständlichkeit gerade in der Coronakrise über die Frauen drübergefahren wurde. Wenn ich mir anschaue, dass es die Gewerkschaften und uns Frauenorganisationen braucht, um darauf aufmerksam zu machen, was das für die Einkommensunterschiede bedeutet hat, was es für die Tradierung der Rollenbilder bedeutet hat.”

Frauen können es selten allen recht machen:

Wenn man es negativ sehen würde, müsste man sagen: egal, wie dus als Frau machst, machst dus falsch. Bist sanft und freundlich, setzt dich nicht durch, bist nicht sanft bist a Bissgurn, haust am Putz bist a brutale Oide - um es schön Wienerisch zu sagen. Aber ich sehe es so negativ natürlich nicht. Es gibt eine tolle Möglichkeit, dem etwas entgegenzusetzen: nämlich Frauennetzwerke. Persönlich habe ich einen Weg gewählt, den ich als Wiener Schmäh bezeichnen würden. Mit Humor geht alles besser!”

Ohne Rückendeckung geht es nicht:

Ich glaub schon, dass ich durchsetzungsstark bin. Ich glaub schon, dass ich mir Respekt erarbeitet habe, auch durch ganz viel Arbeit. Manchmal - das muss man ehrlich sagen - bis an die Grenze der körperlichen und psychischen Belastbarkeit. Aber ich hatte immer die ganze SPÖ Frauenorganisation hinter mir. DAS ist halt schon eine riesige Stärkung und Unterstützung.”

Zum Thema Gleichstellung sagt sie:

Wenn wir über Gleichstellung reden, müssen wir die Gleichstellung in ALLEN Bereichen des Lebens haben.”


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Über diesen Podcast

Auf feministischer Spurensuche in Wien: Die Journalistin Brigitte Handlos spricht im FrauenFunk.at mit feministischen Frauen in Wien über ihre Arbeit und Erfahrungen.

von und mit Brigitte Handlos

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