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FrauenFunk #25: Emmy Werner, Schauspielerin, Theatermacherin

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Sie gilt nach wie vor als die “Prinzipalin des Wiener Theaters”, die Doyenne unter den Theaterdirektorinnen - die ehemalige Direktorin des Volkstheaters, Emmy Werner. Ich lernte Sie bei der Verleihung des Wiener Frauenpreises zum ersten Mal persönlich kennen. Ihre Schlagfertigkeit und ihre Selbstironie nahmen mich sofort für sie ein. Sie hat Humor und Durchsetzungskraft, sie hat Feuer und auch ein paar Narben, wie sie selbst sagt. Aber das Theater war ihre Welt. Nach einem erfolgreichen Start als Schauspielerin am Theater der Jugend, am Josefstädter Theater und am Volkstheater, gründete Emmy Werner 1981 das Theater Drachengasse, das sie sieben Jahre später in neue weibliche Hände legte. Denn es ereilte sie der Ruf ans Volkstheater, das sie dann 17 Jahre lang sehr erfolgreich leitete und auch Regie führte. Besonders wichtig waren Emmy Werner zeitgenössische Autoren und Autorinnen.

Emmy Werner wuchs in einer künstlerischen Familie auf. Ihr Vater war Schriftsteller und Autor von bekannten Wienerliedern, ihre Mutter war Tänzerin an der Volksoper, ihr Bruder verschrieb sich ebenfalls der Schauspielkunst, ihr Großvater war der Architekt Eduard Prantl, ihre Großmutter war Artistin. Emmy Werner war mit dem Schauspieler und Regisseur Georg Lhotzky verheiratet. Gemeinsam hatten sie Sohn Alexander, der ebenfalls als Schauspieler arbeitete.

Auf die Frage, ob sie Feministin ist, sagt sie:

"Ich vermeide jetzt den Begriff Feminismus. Da sind alle Feministinnen immer ein bissl gekränkt. Ich bin bei keiner Partei, ich bin eine Einzelgängerin und ich will nicht irgendwo dazugehören. Aber wenn die Art wie ich denke, lebe und handle feministisch ist, dann bin ich eine Feministin. (…) Ich unterstütze alles, was geeignet ist, Frauen zu fördern, weil da ist so eine Schlagseite in der Gesellschaft! Aber ich bin zuversichtlich.”

"Die Vorherrschaft der Männer hat viel mit Angst und Besitzdenken zu tun. Die Männer sind ja das schwache Geschlecht, weil sie von so vielem abhängig sind. Irgendwann haben die Männer gemerkt, die Frauen sind uns gewachsen. Die Frauen sind stark und gebären. Und da haben die Männer irgendwann gesagt: Gusch und an den Herd! Und das ist nicht so leicht wegzukriegen.”

Über ihren eigenen Weg in die Unabhängigkeit sagt Emmy Werner:

"Wichtig war für mich der Entschluss, nicht mehr abhängig zu sein weder privat noch beruflich. Das hatte viel mit dem Umzug aus der Vorstadt ins Zentrum von Wien zu tun.”

Ihr Credo:

"Ich bin klein, ich brauche viel Raum.”

Über das Altwerden sagt sie:

"Ich kümmere mich nicht um das Alter. Wichtig ist, dass man wach und neugierig bleibt und möglichst keinen Sport betreibt.”


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Über diesen Podcast

Auf feministischer Spurensuche in Wien: Die Journalistin Brigitte Handlos spricht im FrauenFunk.at mit feministischen Frauen in Wien über ihre Arbeit und Erfahrungen.

von und mit Brigitte Handlos

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