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FrauenFunk #29: Susanne Gugrel, Geschäftsführerin „Sprungbrett“

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Den Verein Sprungbrett gibt es seit 1987 als Beratungsstelle für Mädchen und junge Frauen, wo sie herausfinden können, wer sie sind, was sie möchten, welcher Beruf wirklich zu ihnen passt und wo auch Betriebe gesucht werden, die zu diesen jungen Frauen passen. Susanne Gugrel ist dort eine von zwei Geschäftsführerinnen und auch für die Medienarbeit zuständig. Daher kennen wir einander seit vielen Jahren und ich schätze, die ruhige, umsichtige Art von Susanne Gugrel. Ihr Engagement für feministische Mädchenarbeit ist auch nach fast 25 Jahren ungebrochen.

Susanne Gugrel hat in Wien Theaterwissenschaft und Kunstgeschichte studiert und interessierte sich früh für Öffentlichkeitsarbeit. Nach einem kurzen Ausflug ans Theater, wo sie Pressearbeit machte, landete sie dann 1996 beim Verein „Sprungbrett“, um deren Arbeit öffentlich bekannt zu machen. Seither ist der Verein Sprungbrett stark gewachsen und hat inzwischen mehr als 50 Mitarbeiterinnen.

Über die Arbeit des Vereins sagt Susanne Gugrel:

„Wir deklarieren uns als feministische Beratungsstelle. Das ist uns sehr wichtig. Wir gehen mit den Mädchen ganzheitlich an die Sache heran. Sie kommen mit ihren Fähigkeiten, mit ihren Möglichkeiten, was sie mitbringen und so nehmen wir sie ernst. Das ist das wesentliche. Und wir arbeiten mädchenparteilich. Wir sprechen natürlich mit den Eltern, wenn sie das möchte, aber unser Zentrum ist das Mädchen. Nicht die Ausbildung, nicht der Betrieb, nicht der Vater oder die Mutter, nicht die Familie, sondern das Mädchen. Das ist für viele eine neue Erfahrung, dass SIE im Zentrum sind, dass SIE wichtig sind; nicht nur auf den kleinen Bruder aufpassen müssen, sondern SIE sind diejenige, über die wir reden wollen.“

„Wir sind aber auch oft die erste Stelle, wo ein Mädchen einen Hammer in die Hand nimmt und einen Nagel einschlägt.“

Über die Distanzierung der derzeitigen Frauenministerin Raab (ÖVP) zum Feminismus sagt Gugrel:

„Wenn eine Frauenministerin sagt, der Feminismus spaltet, dann ist das etwas sehr Bedrohliches für Menschen, die ganz viel für Frauenrechte und Menschenrechte arbeiten. Meiner Meinung nach müsste es aber ihre Aufgabe sein, die Menschen davon zu überzeugen, dass Feminismus etwas ist, was der ganzen Gesellschaft gut tut. Ich würde mir sehr wünschen, dass die Ministerin das nicht als Feindschaft betrachtet, sondern als Suche nach dem Gemeinsamen.“

„Rollenbilder und Gewohnheiten halten sich sehr hartnäckig. Das ist oft der Grund, warum wir von einem Backlash sprechen. Die Mächtigen lassen halt freiwillig nichts aus.“


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Über diesen Podcast

Auf feministischer Spurensuche in Wien: Die Journalistin Brigitte Handlos spricht im FrauenFunk.at mit feministischen Frauen in Wien über ihre Arbeit und Erfahrungen.

von und mit Brigitte Handlos

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