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FrauenFunk #32: Elfriede Hammerl: Kolumnistin und Autorin

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Elfriede Hammerl ist in Österreich eine feministische Institution. Seit 36 Jahren schreibt die Journalistin, Buch- und Drehbuchautorin eine feministische Kolumne im Wochenmagazin „profil“. In dieser Kolumne legt Elfriede Hammerl die Finger auf die Wunden und Narben der Gesellschaft und oft tut das wirklich weh. Sie schreibt mit einer Hingabe satirisch, ernst, aber auch oft humorvoll und sie schreibt immer wieder über den Alltag. Denn dort schmerzen fehlende Gleichbehandlung, Patriarchat und strukturelle Diskriminierung besonders.

Ihre journalistische Karriere begann Hammerl bei der Zeitung „Neues Österreich“ und sie arbeitete u.a. auch beim ORF. Sie schrieb für internationale Magazine wie Stern, Vogue, Cosmopolitan und Marie-Claire. Sie verfasste Romane, Drehbücher, Theaterstücke und Kabaretttexte.

Elfriede Hammerl ist vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Kurt-Vorhofer-Preis, den Concordiapreis für Menschenrechte, dem Frauenpreis der Stadt Wien und dem Goldenen Ehrenzeichnen für Verdienste für die Republik Österreich. 1997 war sie Mitinitiatorin des Frauenvolksbegehrens. 1999 kandidierte sie bei der Nationalratswahl für das Liberale Forum.

Über die Rolle der Frauen in den Nachkriegsjahren erzählt Hammerl:

„Bei der Betrachtung der Frauenfrage darf man nicht die Klassenfrage aus dem Auge verlieren. Ich könnte jetzt sagen, als ich ein Teenager war, waren die Frauen alle daheim und haben in der Rüschenschürze den Toast Hawai für den heimkehrenden Gatten bereitet. So war’s auch, aber nicht flächendeckend. (…) Ich kannte Frauen im Alter meiner Großmutter, die haben studiert und hatten ein anderes Bildungsniveau und einen anderen Anspruch an ihr Leben als nur Hausfrau zu sein, weil sie in der glücklichen Lage waren, die Care-Arbeit auslagern zu können.“

Über die soziale Ungleichheit damals und heute sagt sie:

„Es ist leichter geworden für Arbeiterkinder ins Gymnasium zu gehen. Aus meiner Volksschulklasse im 15. Bezirk sind genau zwei ins Gymnasium gekommen. Jetzt studiert die Hälfte aller Frauen in Österreich. Aber der Gender Pay Gap ist heftiger denn je. Es gibt eine interessante Untersuchung der Arbeiterkammer, dass die Lohnschere zwischen jungen Akademikerinnen und den männlichen Pendants weiter auseinander klafft als zwischen Arbeiterinnen und Arbeitern. Und eine Erklärung ist, dass die Frauen nicht in ausreichender Zahl in ausbildungsadäquaten Jobs beschäftigt werden. Die kriegen sie einfach nicht. Die kriegen die Männer.“

Über die Beziehung zwischen Familienleben und Arbeitswelt:

„Mein Wunsch wäre, dass die Arbeitswelt mehr Rücksicht nimmt auch auf Familien. Wenn die Arbeitszeitflexibilität so ausschaut, dass eine Firma beschließt, sie brauchen jetzt unbedingt den 12-Stundentag für einen bestimmten Zeitraum und dann müssen die Leute das einfach tun, ganz wurscht wie das zuhause organisiert ist und wenn es dann heißt, wir brauchen Kindergärten mit flexiblen Öffnungszeiten. Glaubt irgendjemand, dass man Kinder 12 oder 14 Stunden einfach im Kindergarten ablegen kann? (…) Kinder können auch nicht blockweise betreut werden.“


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Über diesen Podcast

Auf feministischer Spurensuche in Wien: Die Journalistin Brigitte Handlos spricht im FrauenFunk.at mit feministischen Frauen in Wien über ihre Arbeit und Erfahrungen.

von und mit Brigitte Handlos

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